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Bandname:Vogelfrey
Titel:12 Schritte zum Strick
Veröffentlichung:18.05.2012
Die Hamburger Folk-Metaller von Vogelfrey haben ihre zweite musikalische Schandtat vollbracht. Am 18.05.12 erscheint das neue Werk "Zwölf Schritte zum Strick" und nimmt den Hörer in 12 kontrastreichen Songs unweigerlich mit auf die Reise vom Wirtshaus zum Schafott. Erlebt wie sich die "6 Vaganten" mit jedem Lied der Schlinge nähern, unaufhaltsam ihrem Schicksal als "Galgenvogel" entgegen und dabei singen und spielen als gäbe es kein morgen.

Zünftige Trinkgelage und frivole Höhenflüge wechseln sich mit düsteren Weisen und bildreichen Balladen ab. Verschiedenste Einflüsse aus Folklore, Klassik und Mittelalter treffen auf grollende Metalriffs und energetischen Rock, durchsetzt von atmosphärischen Klanggemälden und filigranen Streicher-Melodien. Gewohnt facettenreich, innovativ und individuell präsentiert sich der "Pakt der Geächteten" im Großen und Ganzen druckvoller, wilder und tanzbarer, hier und da aber auch sanfter und gediegener als auf dem Vorgänger "Wiegenfest" Im Sommer 2012 erhalten die Hamburger nun die Gelegenheit auf dem legendären Wacken Open Air ihr Können unter Beweis zu stellen. Weitere Festivals wie das Hexentanz (mit u.a. Schandmaul, Edguy und ASP), Burgfolk (u.a. mit Subway To Sally und Feuerschwanz) und Feuertanz (mit u.a. Letzte Instanz) seien erwähnt, bevor im Herbst die Tour zum neuen Album folgt.

Rezensionen

Autor:
Wölfchen

Wölfchen
Freche Mittelalter-Rock Klänge für die wilden Nächte der Weiber und Narren!

Mit ihren 3tem Album "12 Schritte zum Strick" melden sich Vogelfrey nach 2 Jahren zurück. Fetzige fiese Texte die dem Konzept des Albums einen Hauch düstere Stimmung verleihen, kommen hier klar zum vorschein. Hört man ausschließlich auf die Texte bemerkt man, das sich hinter diesem Album eine Reise verbirgt, die ins Schwarze zu gehen scheint.

Ganz klar hebt sich die Stimme von Frontmann Jannik in den Songs hervorgestochen ab, jedoch wirkt diese bei weiterer Betrachtung langwierig gesehen in jedem Song gleich. Hier wird an Ideen gespart. Dafür wird an musikalischen Aspekten zugelegt. Von Rock über Metalriffe zu Mittelalter und klassischer Folklore wird Ideenreich variirt. Viele Solos versüßen diese Klänge, jedoch scheint diese Platte kein Ende zu nehmen. Etwas angetrübt und gelangweilt von diesem immerwiederkehrendem Kreislauf riss mich nur ein Song aus den Latschen der sich abhob. Mit "Freitod" schufen sich Vogelfrey einen Kontrast zu den übrigen Songs. Die sonst feierlichen Werke wurden überschattet von dämpfenden schon fast gespenstischen Tönen.

Im Großen und Ganzen eine Gaudi-CD die auf Partys sicher gut ankommen mag, jedoch sicher in der Masse nicht allzu sehr herausstechen könnte. Durch fast identische Klänge zu anderen Mittelalterbands könnten manche Stücke in der Menge untergehen oder gar nichts besonderes mehr hergeben.

Lohnenswert diese CD zu hören ist es auf jedenfall - schon allein weil sie Gute Laune verbreitet und damit nur so umsich wirft.

Autor:
Alverad

Alverad
Die neue Scheibe der Hamburger Jannik, Johanna, Dennis, Chris, Dominik und Alex ist vor allem für Fans von Bands wie "Saltatio Mortis", "Schandmaul" oder "Feuerschwanz" wert reinzuhören! In deren Ohren wird sie sicherlich gefallen finden. "Vogelfrey" haben zwar noch nicht so viel Erfahrung und keinen vergleichbaren Fankreis, aber sie sind auf dem besten Weg dorthin.
Warum ich dieser Meinung bin möchte ich kurz erklären.

"12 Schritte zum Strick" ist bereits das zweite Album von "Vogelfrey", nun muss ich leider zugeben, dass ich noch nicht in den Genuss kam in ihr Debüt-Album hineinzuhören. Dass eine Band namens "Vogelfrey" existiert hatte ich zwar schon gewusst, aber die Band selbst hab ich erst mit diesem Album kennengelernt. Und sie hat mir vom ersten Lied an sehr gefallen.
Das Album selbst eröffnet mit einem Intro in dem über die Fantasie und Geschichtslosigkeit der Welt lamentiert wird. Dieses ist noch ruhiger, mehr an mittelalterliche Musik angelehnt und eher gesprochen, um dann nahtlos in das erste Lied "6 Vaganten" überzugehen. In dem man sich spontan mit dem recht flotten Rhythmus mitbewegen will. In den "6 Vaganten", wie das zweite Lied betitelt ist, wird von einer musikalisch erfolgreichen Bardentruppe gesungen, die ihren Lastern recht offen frönten und einen entsprechenden Ruf bei der Bevölkerung hatten. Das Lied wechselt oft den Rhythmus und hat einige Varianten des Grundthemas in sich.

Im Folgelied "Düsterpflicht" kommt mehr das metal-lastige zum Tragen. Kraftvolle E-Gitarren und ein gesteigertes Tempo, sowie ein sehr eingängiger Refrain der zum Mitsingen animiert. Dennoch gibt es einige "ruhigere" instrumentale Teile in denen dennoch das Tempo beibehalten wird und die dadurch wunderbar in das Lied passen.

"Schuld ist nur der Met" könnte durchaus zu einem Dauerbrenner bei Live-Auftritten werden. Der Refrain lädt zu mitgrölen (Met! Met! Met!) ein - der Rhythmus während des Refrains zum Pogen. Es kann sicherlich gut als Party-Lied durchgehen, aber dennoch ist es für mich sehr stimmig und hat auch wieder seine ruhigeren Phasen in denen man wieder zu Atem kommen kann.
Mit dem Lied "Der Tod und das Mädchen" kann man nach diesem sehr kraftvollen Auftakt durchatmen. Es ist ruhiger und vom Text trauriger gehalten als die vorangegangen Lieder auf der Scheibe. Wobei auch hier Rhythmuswechsel vorhanden sind. Ein schönes Lied ohne das auf dem Album sicherlich etwas gefehlt hätte.

Das "Lindwurm Massaker" ist wieder deutlich metal-lastiger und hätte auch gut in das Repertoire einer Power-Metal-Band gepasst. Das Tempo ist schnell und eingängig und von dem Refrain wird man sofort ergriffen. Mal etwas anderes von Vogelfrey, aber auch interessant zu hören.
In "Freitod" macht Vogelfrey einen kleinen Besuch ins extremere Metal-Genre und nimmt etwas davon mit, z.B. das Growlen aus dem Death Metal. Das Lied wirkt insgesamt düsterer als andere Lieder auf dem Album, aber dennoch kommen wieder Tempo und Variierung des Grundthemas vor, die aber nicht ganz so sauber anmuten als in den anderen Liedern des Albums. Vogelfrey zeigt ein hartes Gesicht, welches auch ganz interessant ist.
"Sommer" ist da schon ruhiger und melancholischer. Der Text ist sehr gut verständlich und geht trotz des sehr depressiven Inhalts gut ins Ohr. Eine Ballade die einen guten Kontrast zum Rest des Albums bietet.

Der Wanderzirkus ist mit "Der Tusch!" angekommen. Auch ein Lied bei dem man aufpassen muss sich nicht spontan mit dem Takt mitzubewegen. Außerdem wird im Lied noch der türkische Marsch von Mozart interpretiert - allein das macht es schon Wert das Lied anzuhören. Nicht ganz so metal-lastig wie manche Lieder davor, aber sicherlich ein "Must-Hear".
"Lebenslehre" ist wieder sehr viel ruhiger (aber nicht ganz so ruhig wie "Sommer") und hat auch einige, dem doch auch recht melancholischen Text entgegengesetzte, lustigere Parts. Auch wenn es nicht so anmutet, kann ich mir vorstellen, dass es sicherlich gut auf Partys ankommen könnte.

"Ja, ich weiß, woher ich stamme: / Ungesättigt gleich der Flamme / glühe und verzehr ich mich. / Licht wird alles, was ich fasse, / Kohle, alles, was ich lasse /- Flamme bin ich sicherlich." (Friedrich Nietzsche)
Dieses Gedicht von Nietzsche thematisiert und betitelt das nächste Lied ("Flamme bin ich sicherlich"). Ich muss zugeben - als ich das Lied zum ersten Mal gehört hatte, bin ich nicht darauf gekommen, dass da ein Gedicht von Nietzsche eingebaut ist. Ich hatte zwar gewusst, dass da ein Gedicht versteckt ist, aber hatte am Anfang auf Goethe getippt. Das Lied hat sehr metal-lastige Parts aber auch Parts die mehr in Richtung Mittelalterrock gehen. Das Tempo ist gemäßigt und das Lied ist wie die restlichen auf dem Album wieder sehr abwechslungsreich. Was mir sehr gefällt.

Mit "Galgenvögel" schließt das Album, nach knapp einer Stunde bester Unterhaltung im Punkt Mittelalter Metal, mit einem wahren Feuerwerk ab. Man möchte mittanzen und mitgrölen - das Lied hat den auf diesem Album (abgesehen vielleicht von dem Refrain in "Schuld ist nur der Met") wohl den höchsten Ohrwurmfaktor. Eine Party-Hymne in der das Tempo und die Liedvariationen wieder wie gehabt wechseln und trotzdem ein gewisser guter Wiedererkennungswert des Liedes bleibt.

Meine Meinung zu dem Album ist: Wenn man Mittelalter Metal Bands mag sollte man sich dieses Album besorgen oder zumindest mal rein hören. Man wird die Band und das Album lieben. Manche Lieder brauchen wohl etwas Eingewöhnungszeit, aber der Großteil des Albums ist immer wieder Hörenswert und man lässt es gerne nebenher laufen. Schnell müde von den Klängen wird man jedenfalls nicht. Meine Empfehlungen zum Probeweise Reinhören sind „Der Tusch!“, „6 Vaganten“, „Lebenslehre“ und „Flamme bin ich sicherlich“.

Noch an alle die dieses Jahr auf Wacken sind - schaut euch diese Band an. Wenn die Live auch nur halb so gut sind wie auf diesem Album (was ich durchaus glaube), dann sind sie den Besuch an der Bühne absolut wert. Selbiges gilt für die Besucher des "Hexentanz-", "Burgfolk-" und "Feuertanzfestivals".
Ich werde sie jedenfalls auch weiter im Auge behalten und hoffe, dass sie auch irgendwann im Süden von Deutschland anzutreffen sind. Eine Band mit ein Album bei dem es Spaß macht zuzuhören.

Autor:
Mieze Schwarz

Mieze Schwarz
Okay, hm, Vogelfrey... sagt mir was. Hab sie zwar in meiner Sammlung, aber noch nicht bewusst gehört. Erstmal einlegen und dann schauen (bzw. hören). Erster Eindruck: Die Mucke gefällt mir. Beim Intro gewinne ich zunächst den falschen Eindruck, weil es im Chor gesungen ist und sich irgendwie klassisch anhört. Ab dem zweiten Stück ist dann klar: Mittelalterrock, etwas punkig, etwas metallig. Auf jeden Fall tanzbar, vielleicht auch zum Pogen. Die Texte erinnern, wie ich finde, ein wenig an Feuerschwanz oder In Extremo.

Das Album heißt „12 Schritte zum Strick“. Als Konzeptalbum angelegt? So richtig kann ich das nicht heraushören, kann aber durchaus sein. Auf jeden Fall nehmen mich Vogelfrey auf ihrem Weg mit. Immer einen Schritt näher zum Galgen. Die Lieder sind interessant anzuhören, so habe ich zu zweien recherchiert und herausgefunden, dass sich das eine auf ein Gedicht aus der Epoche der Empfindsamkeit bezieht (Der Tod und das Mädchen) und der Refrain des anderen ein Gedicht von Friedrich Nietzsche ist (Flamme bin ich sicherlich). Der Tod und das Mädchen - im Gedicht hat das Mädchen Angst vor dem Tod, der es seinerseits beruhigt. Im Lied wird dies zynisch verkehrt: Der Tod hat um ihre Hand angehalten, um seine Gelüste zu befriedigen, das Mädchen aber ist dazu zu jung.

Dabei kommen Vogelfrey fetzig rüber, lange Instrumentalpartien laden zum Tanzen und Pogen ein, es sind aber auch ein oder zwei auch musikalisch ernsthaftere Stücke dabei.

Fazit: für jeden etwas. Wer auf tiefgründige Texte steht, ist hier genauso richtig wie jemand, dem etwas härtere Musik wichtig ist, auf die man richtig tanzen kann (und nicht nur bangen).